Gastein ist ein Ort für Sportfreaks und gemütlich Kurende. Die Vorteile von Tal und Bergen der Region wussten schon Promis wie Sissi, Kaiser Franz I., Marie Curie und Popstar Falco zu schätzen.
Falco, der mit seinem Hit „Rock me Amadeus“ Weltruhm erlangte, trank sein Bier nur aus Champagner-Gläsern. Etwas bizarr, aber Fremdenführer Josef Mesitz weiß es genau, denn früher war er in den großen Hotels von Bad Gastein „Frontmann“, wie er sagt, und kannte die Wunderlichkeiten der prominenten Gäste ziemlich gut. Außerdem passt diese Geschichte so schön ins Gasteiner Tal und zu Nikolai Gogols Ausspruch, dass die Luft hier „wie Champagner“ sei.
Das Gasteiner Tal liegt circa eine Stunde von Salzburg entfernt. Drei Orte prägen die Region: Bad Gastein, Dorf Gastein und Bad Hofgastein. Und hoch über dem Tal strahlt die Skiwelt Amadè. Mozart, nach dem die Skiwelt benannt ist, hatte natürlich nie etwas mit Skifahren am Hut, war kein begeisterter Sportler, und im Gasteiner Tal hat er auch nie gespielt. Aber Falcowar hier, Salzburg ist nicht weit und so geht das mit dem Namen schon in Ordnung. Über den Einstieg im Gasteiner Tal zur Skiwelt ist man quasi mit fünf Skiregionen und 25 Wintersportorten verbunden, könnte über 800 Kilometer Piste abfahren, und 270 Liftanlagen sind bereit. Aber was soll’s, man will ja doch nur den einen Berg herunter kommen und das möglichst rasant und elegant.
Bleiben wir in Gastein, den Kleingebieten Stubnerkogel, Angertal und Schlossalm. Pisten und spezielle Angebote für wahre Skifans sind das besondere Markenzeichen. Seit dem vergangenen Winter setzt die „Ski Race Academy Gastein“ dem die Krone auf. Hier gibt es eine Art Weiterbildung für geübte Skiläufer, die Lehrer sind mindestens Rennläufer gewesen und manchmal kommt auch ein Mitglied der aktuellen österreichischen Nationalmannschaft vorbei. Immerhin ist das Gasteiner Tal Trainingsgebiet der Spitzensportler.
Das Trainingsprogramm: Freifahren, Riesentorlauf- und Slalom. Vor jedem Lauf gibt es eine ausführliche Streckenbegehung – wie ist welcher Teil unter die Ski zu nehmen. Nichts für Otto-Normal- Skifahrer? Doch, wenn man eine gewisse Leidenschaft für den Sport hat, dann bringt dieses hoch konzentrierte Training mehr, als wenn man zehn Mal der Berg individuell runterrutscht. Nach den Rennen ist eine Videoanalyse angesagt, meist ernüchternd. Man war doch so rasend schnell unterwegs und das sieht so langsam aus, aber immerhin, der eine oder andere Schwung war schon ganz ordentlich.
Natürlich orientiert sich die „Race Academy“ am Leistungssport. So gehören Konditions- und Koordinationstraining ebenso dazu, wie die Möglichkeiten verschiedene Rennskis zu probieren und sie zu präparieren. Sinnvoll ist natürlich auch, das Angebot der sportmedizinischen Untersuchungen und Leistungsanalysen zu nutzen. Angeboten werden 3- bis 5-Tagekurse winters wie sommers für Kinder ab 9 und jeden, der mal am Leistungssport schnuppern möchte. Übrigens kommen auch die risikofreudigen Snowboarder bestens auf ihre Kosten, es gibt einen Fan-Park am Stubnerkogel mit einer Double- Kinke-Box, Flatrail und einer neun Meter langen Curvedbox. Und die Freeride-Academy in Dorf Gastein bietet Tiefschnee- und Geländefahrten und Kurse im Slopestyle. Nach einem Tag soll man schon die Basics, wie das Grinden und den Straight Air, Spread Eagle, Safty Grab-Mute und High-Mute beherrschen. Aber natürlich kann man sich auf den Gasteiner Pisten auch ganz normal bewegen, aber diese verrückten Angebote sind doch das Sahnehäubchen für dieses Skigebiet.
Zurück ins Tal. Schwedische Hoteliers haben hier einige Häuser gekauft und rühren in ihrem Land kräftig die Werbetrommel, besonders unter jungen Leuten. Und die jungen Skandinavier tun dem sich eher würdig und gemütlich gebenden Bad Gastein gut. Der Ort mit blätterndem Charme präsentiert sich so als eine anregende Mischung aus Kurgästen im vorgerücktem Alter, Skifreaks, osteuropäischen Frohnaturen, die hier ihre eigene Lebensweise einbringen, und eben jenen nordischen Wintersportlern. Sie haben beispielsweise mehrere Après-Ski-Kneipen, in denen auch ihre Live-Bands spielen. Bad Gastein ist als Wintersportort beliebt, aber einen noch besseren Namen hat sich der Ort durch die Thermalquelle gemacht, die mit etwa 40 Grad Temperatur aus dem Gestein sprudelt. Neben etlichen Mineralien enthält sie auch Radon, ein radioaktives Edelgas. Marie und Pierre Curie entdeckten es 1898. Marie Curie war vier Jahre später in Gastein, erzählt der Stadtführer Josef Mesitz, und wies das Gas hier in den Thermalquellen nach. Im zwischen 37 und 41,5 Grad warmen Radon-Heilstollen werden Kuren angeboten, aber man kann auch eine „Schnuppereinfahrt“ nach einem anstrengenden Skitag unternehmen. Mit einem Zug fährt man gut zwei Kilometer nur mit einem Bademantel bekleidet in den Stollen ein. Auf Liegen lässt man dann 50 Minuten die Wärme und das Radon auf sich wirken. Seit 1952 werden hier Kuren angeboten. Doch der Radon-Stollen war gewissermaßen nur das Pünktchen auf dem i. Gekurt wurde hier schon seit Jahrhunderten und in den Gasteiner-Thermalbädern kann jedermann Quellen nutzen.
Keine Quellen-Entdeckung ohne Sage, und diese hier geht so: Ein Edelmann schoss einen Hirsch, traf ihn aber nicht sauber, und das Tier flüchtete. Der Jäger verfolgte den Hirsch und staunte, als er ihn in einer dampfenden Höhle entdeckte. Zwei Einsiedler pflegten das Tier und baten den Jäger, es zu schonen. Sie verrieten ihm dafür das Geheimnis der heilenden Quelle. 1786 wurde ein Bad für ermüdete Postpferde gebaut, einige Jahre später ging’s dann aber für die Zweibeiner zur Sache. 1807 erkannte Kaiser Franz I. die Bedeutung des Ortes und ordnete bauliche Neuerungen an.
Und dann kamen sie alle: Kaiser Franz Joseph I., Kaiser Wilhelm I., Fürst Otto von Bismarck. Und bei so viel Politprominenz werden auch Verträge gemacht. So der Gasteiner Vertrag 1865, bei dem Preußen und Österreich die Herrschaft über die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg untereinander aufteilten.
Natürlich waren neben Falco auch die Dichter, Denker und Musiker hier – Schopenhauer, Johann Strauss, Schubert, Grillparzer und Wilhelm von Humboldt. Und, nicht zu vergessen, die österreichische Kaiserin Sissi, nach der auch die Hauptquelle benannt ist, Sissi wanderte über ein Dutzend Mal in den Bergen und schrieb so manches Gedicht auf den Ort mit der Luft wie Champagner.
Ski racing in air that is like champagne
Gastein is a place for sports freaks and leisurely spa enthusiasts. Even celebrities such as Elisabeth of Austria (“Sissi”), Emperor Franz Joseph I, Marie Curie and pop star Falco appreciated the advantages of valley and mountains in the region.
Falco, who gained worldwide fame with his hit “Rock me Amadeus”, drank his beer only from champagne glasses. This may seem somewhat bizarre, but tour guide Josef Mesitz knows all about it, since he was formerly a “front man” in the large Bad Gastein hotels and knew the whimsicalities of prominent guests quite well. This story also fits so nicely in the Gastein valley and to novelist Nikolai Gogol’s saying that the air here is “like champagne”.
The Gastein valley is about one hour away from Salzburg. Three towns characterise the region: Bad Gastein, Dorfgastein and Bad Hofgastein. And the SKIWELT AMADÉ ski region radiates high above the valley. Of course, Mozart – who never had anything to do with skiing – was not an enthusiastic sportsman, and he also never played in the Gastein valley. But Falco was here, Salzburg is not far away, and so the name is quite fine. Five ski regions and 25 winter sports sites are linked via the Gastein valley access to the SKIWELT. Over 800 kilometres of slopes and 270 lift facilities are ready for downhill skiers. But what should that matter? After all, people just want to get down a mountainside as quickly and elegantly as possible!
Let’s stay in Gastein, in the small ski areas at Stubnerkogel, Angertal and Schlossalm. The signature features are slopes and special offers for genuine skiing fans. Since last winter the “Ski Race Academy Gastein” has been the crowning feature. The academy offers a form of advanced training for experienced skiers. The instructors were at least former ski racers themselves, and sometimes a member of the current Austrian national team also comes by. After all, the Gastein valley is the training area for top athletes.
The training programme: free skiing, giant slalom and slalom. Before every run there is an extensive inspection of the course, i.e. how which part of the course is to be skied. Nothing for normal skiers? But if a person has a certain passion for the sport, then this highly concentrated training provides more than if an individual merely glides down the mountainside ten times. A video analysis, usually sobering, is on the agenda after the race. You were skiing so quickly and yet it looks so slow, but the one or other turn was still quite decent.
Naturally the “Race Academy” is oriented towards competitive sports. For instance, fitness and coordination training as well as possibilities to try out various racing skis and to prepare them are also part of the overall programme. Of course, the offer to take advantage of sports medicine examinations and performance analyses is also useful. Among the offers are 3 to 5-day courses in the winter and summer for children age 9 and over as well as those skiers who would like to sample an introduction to competitive sports. Incidentally, venturesome snowboarders also get their money’s worth. There is a Fun Park at Stubnerkogel which features a double kink box, flat rail and a nine metre long curved box. And the Freeride Academy in Dorfgastein provides deep powder snow and terrain tours as well as slopestyle courses. An individual should already have a command of the basics such as “grinding”, “straight air”, “spread eagle”, “safety grab mute” and “high mute”. Of course, individuals can also move around quite normally on the Gastein slopes, but these crazy offers are the “icing on the cake” for this ski area!
Back in the valley: Swedish hoteliers have purchased quite a few houses here and are powerfully beating the advertising drum in their country, particularly among young people. And the young Scandinavians are doing a good thing for the quite worthy and friendly Bad Gastein area. The town with alluring charm presents itself as a stimulating blend of spa guests at an advanced age, skiing freaks and cheerful East Europeans who indulge in their own lifestyle here. And of course there are the Nordic winter sports enthusiasts. For instance, guests have access to several après-ski pubs where live bands also play. Bad Gastein is popular as a winter sports resort, but the town has made an even better name for itself through the thermal spring which bubbles up from the bedrock at roughly 40 degrees Celsius. In addition to a number of minerals it also contains radon, a radioactive noble gas. Marie and Pierre Curie discovered it in 1898. Marie Curie was in Gastein four years later, and verified the presence of the gas in the thermal springs here, says city guide Josef Mesitz. Spa treatments are offered in radon spa galleries featuring ambient temperatures varying between 37 and 41.5 degrees Celsius, but visitors can also take advantage of an “introductory trip” after a strenuous day of skiing. Guests travel well over two kilometres into the gallery by train clad only with a bathrobe. The heat and radon take effect for 50 minutes while guests relax in a prone position. Spa treatments have been offered here since 1952. But the radon galleries were to a certain extent merely the icing on the cake. Spa treatments have already been taken here for hundreds of years, and everyone can take advantage of the springs in the Gastein thermal spas.
There is no discovery of natural springs without a legend, and this is how it goes: a nobleman shot a deer, but did not get a clean hit and the animal fled. The hunter followed the deer and was astonished as he found it in a steaming cavern. Two hermits nursed the animal and asked the hunter to spare it. In return, they revealed the secret of the healing spring to him. A bath for fatigued postal service horses was constructed in 1786. But a few years later thermal treatments were offered for two-legged human creatures. In 1807, Emperor Franz I recognised the importance of the site and ordered structural alterations.
And then they all came: Emperor Franz Joseph I, Emperor Wilhelm I, Prince Otto von Bismarck, etc. And with so many prominent politicians agreements were also made, such the Gastein Convention in 1865, in which Prussia and Austria divided the dominion over the Duchies of Schleswig, Holstein and Lauenburg amongst each other.
Of course, in addition to Falco, poets, thinkers and musicians were also here — Schopenhauer, Johann Strauss, Schubert, Grillparzer and Wilhelm von Humboldt. And, not to forget, Austrian Empress Sissi, for whom the main thermal spring is also named. Sissi hiked over a dozen times in the mountains and wrote many a poem in the town with air like champagne.